Wissen ist Macht. Nichts wissen macht nichts?
Wissen ist Macht war einmal. Weil die Welt zum globalen Dorf zusammenwächst und die Wissensquellen besser verfügbar und verwertbar werden, ist das Wissen zum Wirtschaftsgut geworden, zur kritischen Erfolgs- und Überlebenskomponente nicht nur von Unternehmen, sondern auch von Individuen. Es gibt heutzutage kaum Unternehmen, die sich der ausschlaggebenden Bedeutung von Wissenssteuerung und -verwertung nicht bewusst sind. Empirische Studien belegen aber, dass die deutschen Unternehmen nicht einmal 50% des theoretisch verfügbaren Wissens ihrer Beschäftigten nutzen. Es überrascht nicht, dass nur eine Minderheit von 20-25 % der Firmen ihre Behandlung von Unternehmenswissen als gut oder sehr gut bewertet.
Das Wissensmanagement ist eine hochkomplexe ökonomische und soziale Struktur, die primär eine Angelegenheit der Organisations- und Personalentwicklung ist. Mit dem Siegeszug von „Web 2.0“ und der webbasierten sozialen Software wie Blogs, Wikis oder soziale Netzwerke (z. B. Facebook, MySpace, LinkedIn, XING) wird die Dynamik des Wissensaustausches und der Wissensakkumulation nachdrücklich forciert. Mit dieser Entwicklung müssen die Unternehmen Schritt halten, wenn sie im Wettbewerb weiterhin bestehen und ihr Gesamtpotenzial ausschöpfen möchten.
Die Unternehmen machen sich seit Jahren Gedanken, wie sie der gegebenen demographischen Entwicklung mit dem Fachkräftemangel als der unvermeidlichen Konsequenz entgegen wirken können. Ein Lösungsbestandteil ist zweifelsohne die Optimierung ihres Wissensmanagements. Dabei wird das Wissensmanagement prinzipiell auf drei zueinander in Wechselbeziehung stehende Teilbereiche gegliedert: Organisationales Wissensmanagement, Persönliches Wissensmanagement und Wissenstransfer.
Das organisationale Wissensmanagement umfasst die Wissenserzeugung (z. B. SECI-Modell) und organisationales Lernen beispielsweise durch gruppenorientierte Konzepte wie Wissenszirkel. Darüber hinaus spielen Wissensakquise (Erfassung und Strukturierung des Wissens), Wissensrepräsentation (Aufbau einer Wissensdatenbank) und Wissensaktualisierung in diesem Bereich eine tragende Rolle.
Zum persönlichen Wissensmanagement werden in erster Linie die notwendigen Arbeitstechniken des einzelnen Mitarbeiters und die Maßnahmen der Persönlichkeitsentwicklung gezählt. Dabei steht die Definition der persönlichen Ziele und der geeigneten Hilfsmittel sowie (Lern-)Methoden im Vordergrund. Darüber hinaus werden die persönlichen Kompetenzen (insbesondere die Sozialkompetenz – Netzwerken) oder auch persönliches Informationsmanagement gefördert und der Fokus auf die Einheit von Körper, Geist und Seele der Mitarbeiter gelegt.
Der Wissenstransfer beschäftigt sich mit der Gestaltung und Optimierung der Kommunikationswege zum Zwecke der Wissensübertragung. Dabei wird der Wissenstransfer innerhalb des Unternehmens, zwischen den Unternehmen sowie zwischen Wissenschaft und Wirtschaft untersucht und gestaltet. Die Aktivitäten in den Sozial- und Kompetenznetzwerken bzw. Communities of Practice (und der damit einhergehende Wissensfluss) sind ein fester Bestandteil der modernen Unternehmenspraxis geworden.
Für die Unternehmen gilt: Wissen ist Leben. Das funktionierende Wissensmanagement in Unternehmen bedeutet Lebensqualität.


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