Wenn man seinen Müll nach draußen bringt, ist da so manchmal etwas Ekeliges dabei: benutzte Damenbinden, Babywindeln, verschimmelter Joghurt, um nur einige Beispiele zu nennen. Doch auch der schlimmste Müll ist nach einer Müllverbrennung gänzlich unschädlich, möchte man meinen! Aber anderer Müll ist nicht immer so gesundheitsunbedenklich ... .
Seien es nun Farbreste mit Schwermetallbelastung oder Pestizidrückstände: Giftige Chemikalien sind sehr schwierig zu entsorgen! Der modernen Technik sei Dank, denn mit genügend technischem Aufwand sind auch solche Gefahrenstoffe heute recyclebar. Nun, es gibt aber auch noch eine Art von Müll, die selbst mit der heutigen Technik nicht recyclebar, und deshalb langfristig gefählich und giftig, ist!
Die Rede ist vom sogenannten 'Atommüll'. Schon im Physikunterricht lernt jedes Schulkind, dass die ganze Welt aus Atomen besteht. Warum also sollte denn Atommüll gefährlich sein? - Das Problem liegt hier bei der unklaren Formulierung: Der sogenannte 'Atommüll' ist nämlich in Wahrheit nichts anderes als 'radioaktiver Abfall'!
Damit Atomkraftwerke betrieben werden können, muss zunächst der 'Brennstoff' in großem Aufwand aus tonnenweise Erde herausgewaschen werden. Dann wird das bereits radioaktive Erz weiterverarbeitet zu 'Brennstäben', die dann im Kraftwerk zur Benutzung gelangen. Nachdem die Brennstäbe, etliche Jahre nach Inbetriebnahme, wirkungslos geworden sind, müssen sie wiederaufbereitet werden. Aus einem Teil der Masse, die als Abfall quasi im Atomkraftwerk anfällt, können dann wieder neue Brennstäbe hergestellt werden. Jedoch bleiben auch Unmengen radioaktiven Abfalls als nutzlos zurück! Viele Stoffe, die in einem Atomkraftwerk entstehen, sind nicht nur radioaktiv, sondern auch giftig. Da man diesen Abfall weder entgiften noch seine Radioaktivität neutralisieren kann, bleibt er nur noch Eines: Ein Risiko für unsere Umwelt und unsere Gesundheit!
Warum sind denn radioaktive Stoffe, mal ganz abgesehen von ihrer Giftigkeit, so gefährlich? - Radioaktivität lässt Stoffe in sich zerfallen. Bei diesem Zerfallsprozess wird Strahlung frei, die sehr viel Kraft hat. Sie dringt fast durch alles hindurch und zerstört komplexe chemische Verbindungen. Der menschliche Körper ist aber voll von komplexen chemischen Verbindungen, die lebenswichtig für ihn sind! Sobald also eine ausreichende Menge des Gewebes im Körper geschädigt wurde, wird der Mensch lebensunfähig und stirbt!
Unter dem Aspekt, dass Atommüll nicht hinreichend recyclebar ist, können wir getrost nur abwarten, ob und wann unsere Umwelt, und damit auch wir, die Folgen zu spüren bekommt bzw. bekommen! Wichtig wäre nicht nur, eine Möglichkeit zum Recycling dieses gefählichen Abfalls zu finden, sondern ganz besonders auch, diesen Müll gar nicht weiter zu erzeugen!
Quelle: http://www.greenpeace.de/

